35: Nufenen – Andeer – Avers/Juf – Wergenstein

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In der heutigen Etappe tobe ich mich im Netz von Postauto-Halter Mark aus Andeer aus. Zuerst lasse ich mich von seinen Bussen ins wildromantische Bergtal Avers und zu Europas höchstgelegener ganzjährig bewohnter Siedlung entführen. Daraufhin hüpfe ich auf den Kurs ins auf einer Sonnenterrasse hoch über dem Schams gelegene Örtchen Wergenstein, wo ich ein prächtiges Panorama geniesse.

35: Nufenen – Andeer – Avers/Juf – Wergenstein – Zillis

 

 

Fahrt-Logbuch:

Linie Von Nach Bus BJ Halter Zeit KM
541 Nufenen, Dorf Andeer, Posta Setra S313UL 2002 Regie 0:19 21,3
552 Andeer, Posta Avers, Juf Iveco Bus Crossway 10.8m LE 2014 Mark, Andeer 0:52 28,1
552 Avers, Juf Andeer, Posta Neoplan N313Ü Euroliner 2002 Mark, Andeer 0:51 28,1
551 Andeer, Posta Wergenstein, Dorf Irisbus Crossway 10.8m LE 2013 Mark, Andeer 0:35 18,3
551 Wergenstein, Dorf Zillis, Posta Irisbus Crossway 10.8m LE 2013 Mark, Andeer 0:31 14,4

 

English Summary:

English Translation - click to view

Moving northeast along my route past the inviting blue waters of Lake Sufers I stop just short of the village of Andeer to change busses. The next PostBus takes me on a 50-minute ride up the Avers valley, a relatively empty 30km stretch of pristine mountain land. The Avers is only sparsely inhabited with just about 160 settlers calling it home. Aside from the few tiny villages the valley radiates an air of silence, relaxation and naturalness. And after the lonesome road has climbed above the treeline and is surrounded by nothing but lush green meadows and craggy mountain ranges, I feel almost like driving through the huge steppes of Central Asia.

Finally, the valley’s end is reached at the village of Juf, which at 2’126 meters above sea level is Europe’s highest permanently inhabited settlement. Up here I enjoy the peace and quiet for an hour until I let the next PostBus escort me back down to civilization.

In the regional center of Andeer, which is famous both for its granite quarries and its thermal baths, I switch right over to the next bus. That route that takes me up the slopes of the main valley to a town called Wergenstein, where I enjoy some fantastic panoramic views to end the day with.

 

Nach einer sehenswerten Fahrt über den San Bernardino-Pass hat mich das letzte Postauto im Dörfchen Nufenen zurückgelassen – seiner Endstation. Knapp eine Stunde dauert die Wartezeit, bis ein neuer Kurs vorbeikommt, der zwar den Pass nicht überquert sondern im Tunnel durchfahren hat, dafür aber noch zwei Ortschaften weiterfährt, bis Andeer. Es ist ein weiterer Setra S313UL, welcher die Ehre hat. Doch irgendwie scheint er sich nicht so recht zu trauen, denn ich stehe seit mittlerweile zehn Minuten an der Haltestelle gleich neben der Autobahn, und weit und breit ist kein gelber Bus zu sehen. Fünf Minuten überfällig ist er schon. Was an sich ja kein Drama wäre, hier in den Bergen hat man ja Zeit, lebt im Einklang mit der Natur, und geht alles ein Bisschen langsamer an. Doch natürlich drückte bei der Planung mein innerer Zürcher durch, und ich habe in die verbleibenden fünf Stunden des Tages noch ganze sechs Postauto-Fahrten zu mitunter sehr sehenswerten Destinationen gequetscht. Doch alles hängt nun am seidenen Faden des ausbleibenden Setras, was mich zusehends hibbelig werden lässt.

Endlich kommt er auf der Autobahn angerauscht, rasch hüpfe ich hinein, und schon sind wir wieder auf Achse. Wenigstens können wir hier mit Tempo 100 vielleicht etwas Zeit aufholen, denke ich. Falsch gedacht. Bei der nächsten Ausfahrt heisst es «Adieu, Autobahn», und wir biegen in den Dorfkern von Splügen ab. Dieser präsentiert sich immerhin sehr adrett herausgeputzt und wartet mit einigen architektonischen Perlen auf. Allerdings auch mit einer Pflasterstein-besetzten Hauptstrasse, die uns allerhöchstens mit Tempo 30 durch die Lande zuckeln lässt, was meiner nervlichen Anspannung nicht eben wohl bekommt.

 

Auf der Hauptstrasse von Splügen
Auf der Hauptstrasse von Splügen
Die Kirche St. Salvator von Sufers geht bis ins Jahr 841 zurück - der heutige Bau stammt allerdings aus dem 17. Jahrhundert.
Die Kirche St. Salvator von Sufers geht bis ins Jahr 841 zurück – der heutige Bau stammt allerdings aus dem 17. Jahrhundert.

 

Mein Puls rast bereits, und beruhigt sich erst etwas, als wir den Weg zurück auf die Autobahn dann doch noch finden. Das nächste Dorf, Sufers, wurde glücklicherweise nur mit einer Schnell-Haltestelle bedacht – einem kleinen Kabäuschen am Rand der Autobahnauffahrt. Hier sollten wir kaum 20 Sekunden verlieren, oder? Wieder falsch gedacht. Natürlich muss genau hier, genau jetzt, eine zwölfköpfige deutsche Touristengruppe zusteigen, die dem Fahrer zwar aufgeregt mit den Nordic-Walking-Stöcken klappernd von ihrer traumhaften Wanderung vorschwärmt, aber natürlich keinen Plan hat, wie sie denn jetzt zurück nach Chur kommt und welches Ticket für dieses Vorhaben das Preiswerteste ist. Während der Fahrer geduldig sämtliche Optionen durchexerziert und vorrechnet, steigt meine Pulsfrequenz schier ins Unermessliche. Den wunderschön türkisblauen Sufnersee, der währenddessen an uns vorbeihuscht, nehme ich da schon kaum mehr wahr.

 

Vor uns glänzt einladend der Sufnersee
Vor uns glänzt einladend der Sufnersee

 

Welch prächtiges Farbenspiel!
Welch prächtiges Farbenspiel!
Wir verlassen den gestauten Sufnersee und begeben uns in Richtung Rofflaschlucht
Wir verlassen den gestauten Sufnersee und begeben uns in Richtung Rofflaschlucht

 

Schliesslich muss ich mich, so ungern ich das tue, als Zeit-getriebener Unterländer zu erkennen geben und den Fahrer über meinen dicht gedrängten Reiseplan unterrichten – immerhin habe ich im Gegensatz zum deutschen Schnatterentenclub ja einen Plan, wenn auch einen vielleicht zu knapp kalkulierten. «Kai Problem», lässt mich der Chauffeur mit ruhiger Stimme wissen – er werde den Fahrer meines nächsten Busses avisieren, kurz zu warten. Puh, Glück gehabt.
Und prompt: Als wir in den Dorfkern von Andeer einfahren, kommt uns das nächste Postauto bereits entgegengebraust. Zum Glück hat die Kommunikation aber geklappt – und so kommt es, irgendwo in den Gassen von Andeer, fernab einer offiziellen Haltestelle, zum eiligen Fahrgastaustausch. Einmal quer über die Strasse in den bereitstehenden kurzen Iveco Crossway gehüpft, und weiter geht die Fahrt. Aber wohin denn eigentlich? In einen sehr speziellen Ort namens Juf.

 

Aus den Tiefen der Rofflaschlucht folgen wir der Ferrera...
Aus den Tiefen der Rofflaschlucht folgen wir der Ferrera…
...ins Avers hinein
…ins Avers hinein

 

Juf beherbergt zwar nur gut zwei Dutzend Einwohner. Dies macht den auf 2’126 Metern über Meer gelegenen Weiler allerdings zur höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Siedlung Europas. Aber nicht nur Juf selber ist speziell, sondern auch das Tal, an dessen Ende es liegt: Das Avers (mit langem “A” und betontem “s”, also nicht etwa französisch ausgesprochen) zweigt unweit südlich von Andeer vom Haupttal ab, und erstreckt sich dann über 30 Kilometer nach Südosten, in Richtung Engadin und Italien. Dies führt zu einer eindrücklichen Abgelegenheit, entsprechend schlummerte das Avers Jahrhunderte lang quasi einen Dornröschenschlaf.

In Richtung Andeer gab es bloss einen dürftigen Saumpfad. Viel gab es hier oben eh nicht zu holen, entsprechend liessen sich nur ein paar Walserfamilien nieder, gründeten kleinste Siedlungen oder Alpbetriebe, und trieben bescheidenen Viehhandel mit den Ortschaften ennet der hohen Berge – im Bergell sowie rund um das italienische Chiavenna.

 

Zwischenzeitlich zeigt sich das Avers ganz lieblich
Zwischenzeitlich zeigt sich das Avers ganz lieblich

 

Die Lage des Bezugspunktes Chiavenna, auf gerademal 325 Metern über Meer, bedeutete, dass die Averser für jeden Handel und jeden Einkauf vollbepackt über 2’300 Höhenmeter zu bewältigen hatten, um über die schroffen Bergkuppen zurück in ihr Tal zu gelangen. Und als wären diese strapaziösen Dreitagesmärsche noch nicht genug gewesen, wurde diese Lebensader mit der Einführung der Zollpflicht zwischen der Schweiz und Italien weiter gefährdet – immerhin gab es im gesamten Tal ja keine Zollstelle, in welcher sich die Waren legal hätten einführen lassen.

Zwar war es ein Leichtes, die berg-unerfahrenen, irgendwo aus dem Süden des Landes abkommandierten Italienischen Zöllner in ihren gut sichtbaren Uniformen zu erspähen und sie entsprechend links liegen zu lassen. Die eingesetzten Schweizer Landjäger jedoch machten den wider ihres Willens zu Schmugglern gewordenen Aversern das Leben ziemlich schwer. Bis dann schliesslich doch noch ein Zollhaus errichtet werden konnte, und das Avers 1895 – als letztes Tal in Graubünden – auch eine Fahrstrasse in Richtung Andeer erhielt, was die Dinge zunehmend vereinfachte.

 

Dann geht's weiter hoch...
Dann geht’s weiter hoch…
...

Einen wirklichen Aufschwung erlebte das Avers aber auch seither nie. Der Bau des Stausees Lago di Lei in einem Seitental brachte zwar ein paar Einnahmequellen, zudem entwickelte sich dezenter Tourismus. Trotzdem ist die Bevölkerungszahl noch immer rückläufig. 160 Menschen wohnen noch hier – im gesamten 30 Kilometer langen Tal notabene. Alles in allem hat das Avers daher seinen ursprünglichen, abgelegenen und bisweilen recht einsamen Charakter bewahren können – ausser dass seit dem Bau des Staudamms in den 1950er-Jahren eine moderne asphaltierte Strasse in diese Einöde führt, die auch Platz für bis zu acht tägliche Postauto-Kurse bietet. Und genau in so einem sitze ich jetzt, genauer gesagt im Zweitletzten des Tages.

Bereits die ersten Fahrtminuten sind sehenswert: Die Route führt gleich hinter Andeer durch die Ausläufer der Rofflaschlucht, wo wir abbiegen und zwischen steil emporragenden Felswänden dem Verlauf des Flüsschens Ferrera folgen. Nach den Weilern Ausserferrera und Innerferrera wird die Landschaft rasch lieblicher – die Ferrera hat einen etwas breiteren Talkessel ausgefurcht, welcher Platz für einige Weiden und einen idyllischen Strassenverlauf lässt. Hinter den Weilern Campsut und Cröt, wo sich das Tal teilt, wartet aber eine abermalige Geländestufe, welche wir mittels ein paar Serpentinen gekonnt überwinden. Von nun an plätschert die Ferrera nicht mehr neben uns her, sondern verschwindet als kleiner Rinnsal im tief eingeschnittenen Tal fast gänzlich aus dem Blick, während wir uns der nördlichen Talflanke entlang mit bester Aussicht von Siedlung zu Siedlung hangeln.

 

Nach Cresta präsentiert sich das Avers offen und kaum bewaldet
Hier präsentiert sich das Avers offen und kaum bewaldet

 

Die nächste Siedlung ist Cresta, so etwas wie der Hauptort des Tals. Hier finden sich der einzige grössere Supermarkt, die Tankstelle, die Schule und die bekannte Edelweiss-Kirche. Kurz hinter Cresta passieren wir auch die Baumgrenze, was die Landschaft nur skurriler werden lässt. Es wartet eine Art menschenleer scheinende, im Grundsatz karge Einöde – die aber trotzdem mit saftig grünem Gras bedeckt ist, da die wenigen Bauern im Tal ihre Weiden mit viel Hingabe hegen und pflegen. Wie eine mongolische Hochebene wirkt das, nur halt mitten in der dicht besiedelten Schweiz. Durch diese giftgrüne Mondlandschaft zieht sich als einzige Zeugin der Zivilisation die hellgraue Strasse, auf der sich unser Postauto bewegt – immer himmelwärts gerichtet, als nähme sie kein Ende mehr. Welch surreales Bild!

 

Der Hauptort Cresta mit seiner bekannten Edelweisskirche aus dem 13. Jahrhundert
Der Hauptort Cresta mit seiner bekannten Edelweisskirche aus dem 13. Jahrhundert

 

Durchfahrt des Weilers Pürt
Durchfahrt des Weilers Pürt
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Mitten in der grünen Prärielandschaft
Mitten in der grünen Prärielandschaft

 

Allein auf weiter Flur!
Allein auf weiter Flur!

 

Sie erhalten die Weiden: Bauernfamilie beim Heuen
Sie erhalten die Weiden: Bauernfamilie beim Heuen

 

Lichtspiele
Lichtspiele
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Ein Iveco Crossway auf Talfahrt im obersten Avers (GR)
Mein Crossway auf Talfahrt im obersten Avers

 

Das Ende der Strasse kommt dann doch noch: In Juf ist Schluss – nach 52 Minuten Fahrzeit und stattlichen 1’150 erklommenen Höhenmetern. Oben in Juf gibt es nicht viel, woran sich das Auge festhalten könnte: Eine Handvoll Häuschen aus gegerbtem Holz, zwei, drei stattliche Höfe, schier endlose Weiden und gaaaanz viel Ruhe – doch gerade das macht den Reiz dieses Hochtales aus. So beobachte ich eine Stunde lang das saftige Gras im Wind wogen, die Quellwolken aufziehen, ihre dunklen Schatten über den Talboden heischen, und streife durch den kleinen Krämerladen, welcher Nusstorten und Murmeltieröl feilbietet – letzteres scheint so etwas wie die althergebrachte Allzweckwaffe der Talbewohner zu sein, und bei jedwelchen Gebrechen von Mensch und Tier zum Einsatz zu kommen.

 

Juf (GR), höchste ganzjährig bewohnte Gemeinde Europas
Willkommen in Juf!

 

Die Natur geizt hier nicht mit ihren Reizen
Die Natur geizt hier nicht mit ihren Reizen
Beweisfoto - und das Strassenverkehrsgesetzt gilt natürlich auch am Ende der Welt :)
Beweisfoto – und das Strassenverkehrsgesetz gilt natürlich auch am Ende der Welt, wenngleich es auf etwas wackligen Füssen zu stehen scheint 🙂

 

Als genau eine Stunde später das nächste Postauto angekeucht kommt, fällt der Abschied schwer. Zu speziell ist dieses Kleinod, welches ich hier aufgespürt habe, und ich würde die Ruhe gerne noch etwas länger geniessen. Immerhin: Für die Talfahrt hat mir Postautohalter Mark aus Andeer seinen 2002er Neoplan N313Ü geschickt – ein echter Charakterbus (der mittlerweile ausgeflottet ist)!

 

Talwärts geht's im urchigen Neoplan
Talwärts geht’s im urchigen Neoplan

 

Impressionen der Talfahrt. Adieu Avers!
Impressionen der Talfahrt. Adieu Avers!
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Eine Stunde später sind wir im Anflug auf Andeer, mit knapp tausend Einwohnern der bevölkerungsreichste Ort im Kreis Schams – und Heimat von Postautohalter Mark, dem nur schon für die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Webseite inkl. Kurzportrait von jedem seiner Busse eine Erwähnung gebührt. Auch Andeer selbst ist eine Erwähnung wert – im Dorfkern zeugen einige stattliche Steinhäuser, vor allem um den offenen Postplatz, von der grossen Bedeutung, welche die Ortschaft dank ihrer Lage an diversen Handelsrouten erlangte.

Andeer selbst hat aber auch den einen oder anderen Exportschlager zu bieten: So wird hier Granit abgebaut, welcher dank seiner seltenen grünlichen Farbe bis über die Grenzen hinaus grosse Beliebtheit erfährt – sei es für die Innenausstattung oder für Grabsteine. Doch nicht nur Küchendesignern und Sensemännern dient Andeer zu, sein anderer Exportschlager ist ein wahres Lebenselixier – behaupten zumindest die diversen Werbeprospekte, welche das Wasser der Mineralquelle Andeer anpreisen. Sie attestieren ihm einen «bemerkenswerten Magnesiumgehalt» und bescheinigen ihm eine entzündungshemmende, entquellende, aber auch harntreibende Wirkung. Sei es wie’s will – auch wer wie ich nur Entspannung mit Bergpanorama sucht, ein Besuch im Andeerer Thermalbad ist wirklich zu empfehlen!

 

Einfahrt nach Andeer...
Einfahrt nach Andeer…
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Andeers Postplatz
Andeers Postplatz

 

Der Neoplan von Postauto-Halter Mark zwängt sich durch die Hauptgasse von Andeer.
Mein Neoplan zwängt sich durch die Hauptgasse von Andeer.

 

Nach dem Aufenthalt in Andeer steht noch die letzte Fahrt des Tages an, und unter dem Torbogen des ehrwürdigen Kurhotels Fravi rauscht auch schon das entsprechende Postauto herbei. Als Abschluss steht nämlich noch die Linie entlang der Flanke des Schamserbergs nach Wergenstein auf dem Programm, heute bedient von einem verkürzten 2013er Crossway mit Niederflug-Einstieg. Gleich wie der Abstecher nach Juf bringen mich auch diese 35 Minuten in meiner Rundtour nicht wirklich weiter – aber hey, solange es noch Tageslicht hat, und irgendwo ein Postauto den Berg hochkraxelt, würde ich den Teufel tun, dieses Erlebnis auszulassen!

 

Unter dem Torbogen des ehrwürdigen Kurhotels Fravi in Andeer (GR) schleicht das Postauto heran, welches mich in die Berggemeinde Wergenstein bringt.
Das “Fravi”, 1828 als Badehotel gleich neben dem Mineralbad gegründet, ist eine Institution in Andeer.

 

Den Berg hochkraxeln beschreibt die Strecke nach Wergenstein äusserst treffend. Während wir zuerst noch kurz dem Talboden entlang von Andeer nach Zillis düsen, um ein paar letzte Heimpendler aufzugabeln, kennt die Route danach nur noch eine Richtung: Nach oben! Die schmale, aber sauber geteerte Nebenstrasse krallt sich auf beachtliche Weise im steil abfallenden Weideland fest, und führt uns via einem Dutzend Serpentinen rasch nach oben. Die Weiler Donat, Pazen, Farden und Mathon verschwinden, kaum sind sie durchfahren, bereits weit unter uns.

 

Immer höher, immer höher!
Immer höher, immer höher!
Panoramafahrt von Wergenstein nach Mathon, an der Flanke des Schamserbergs oberhalb Zillis (GR)
Das Panorama auf der Strecke ist nicht zu verachten!

 

Blick während der Bergfahrt nach Wergenstein auf Teile des Schams mit der Ortschaft Zillis (GR)
Blick ins Tal auf Zillis mit seiner markanten Kirche

 

Schliesslich schweben wir in 500 Metern Höhe über dem Talboden des Schams und erreichen Wergenstein – wo eine Parkbank mit herrlicher Aussicht auf das Tal, welches gerade seine letzten Sonnenminuten geniesst, die Mühen belohnt – welch ein Abschluss für diesen langen Tag. Bellinzona, wo ich heute Morgen startete, ist schon mindestens so weit weg wie Barcelona, meine Erinnerungen kreisen eher um das einzigartige Avers. Bis der Chauffeur vier Minuten später ziemlich eindringlich zur Abfahrt mahnt, es sei denn, man wolle den letzten Kurs des Tages verpassen. So nehme ich schweren Herzens Abschied von der prächtigen Aussichtsterrasse Wergenstein und lasse mich zurück nach Zillis chauffieren – von dort geht die Tour dann in der nächsten Episode weiter.

 

Blick auf die ziemlich aus dem Rahmen fallende, spätgotische Kirche von Lohn aus dem 15. Jahrhundert. Nicht nur kontrastiert sie stark mit den hölzernen Ställen und Lagerhäusern - auch besitzt sie zwei nicht zueinander passende Türme.
Blick auf die ziemlich aus dem Rahmen fallende, spätgotische Kirche von Lohn aus dem 15. Jahrhundert. Nicht nur kontrastiert sie stark mit den hölzernen Ställen und Lagerhäusern – auch besitzt sie zwei nicht zueinander passende Türme.
Ankunft in Wergenstein, auf 1487 Metern über Meer
Ankunft in Wergenstein, auf 1487 Metern über Meer

 

Blick hinüber auf die Ortschaft Mathon am Schamserberg (GR)
Blick hinüber auf die Ortschaft Mathon am Schamserberg, mit ihrer reformierten Dorfkirche aus dem Jahr 1728 und den Ruinen der Antoniuskirche aus dem 13. Jahrhundert am Dorfrand

 

 

Lohn der langen Bergfahrt: Das prächtige Panorama übers Schams!
Lohn der langen Bergfahrt: Das prächtige Panorama übers Schams!

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