25: Urner Umweg: Sustenpass und Göscheneralp

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In Andermatt breche ich abermals kurz aus meinem Reiseplan aus. Statt bereits über den Gotthard nach Süden zu huschen, erkunde ich mit dem Postauto die Schönheiten des Urnerlandes: Ich lasse mich zum mit viel Herzblut gestalteten Sustenpass emporbringen und besuche dann die bezaubernde Göscheneralp mit ihrem Stausee.  

25: Urner Umweg: Sustenpass und Göscheneralp

 

Fahrt-Logbuch:

Linie Von Nach Bus BJ Halter Zeit KM
162 Andermatt, Bahnhof Göschenen, Bahnhof Setra S415H 2013 AVG, Meiringen 0:15 5,3
162 Göschenen, Bahnhof Susten, Passhöhe Mercedes-Benz O550 Integro 2002 Mattli, Wassen 0:35 23,0
162 Susten, Passhöhe Göschenen, Bahnhof Mercedes-Benz O550 Integro 2002 Mattli, Wassen 0:38 23,0
411  Göschenen, Bahnhof Göscheneralp Irisbus Crossway 10.6m 2013 Dillier, Sarnen 0:30 10,2
411 Göscheneralp Göschenen, Bahnhof Irisbus Crossway 10.6m 2013 Dillier, Sarnen 0:30 10,2

 

English Summary:

English Translation - click to view

 

In the last episode, I let the PostBus take me over Furka Pass to Andermatt, which is located at the foot of the next summit, Gotthard Pass. It would therefore be completely logical to head that way next and that’s also what I had intended. However, I then discovered that Andermatt offered a couple of scenic routes in its own right and therefore decided to add yet another little detour.

Firstly, the yellow bus takes me from Andermatt through the Schöllenen Gorge, a crucial section of the routes between northern and southern Europe for centuries. Per legends this rocky canyon was so unforgiving that in medieval times, the locals after many unsuccessful attempts at building a bridge across it finally even asked the devil for help with the undertaking. Of course, he was eager to cut a deal, and so he built the bridge while demanding the soul of the very first one to cross it in return. Canny as they were, upon completion the local farmers just drove a goat across the bridge which settled the matter. But until today the stone construction spanning the valley is known as the Devil’s Bridge.

At the end of the gorge we reach the town of Göschenen, where I hop onto a classic Integro bus of the local PostBus agent which is to take me up to the summit of Susten Pass. Pushing through some thick fog at first, we make our way through a picturesque valley dotted with lonely farmhouses until we reach the more barren scenery near the pass’ summit. Climbing further, we finally emerge to a jaw-dropping scenery glistening in the early morning sunshine. Susten Pass was only constructed in the 1930s, but having been inspired by the grandeur of American architectural masterpieces of that era, its fathers were keen to add a lot of scenic detail. They therefore strived to make the mountain road blend into the terrain as nicely as possible, equipped it with a few short tunnels and to top it off even threw an artificial waterfall in the mix. Quite a sight!

After returning from this impressive route, I catch another bus at Göschenen which is destined for the reservoir lake at Göscheneralp. Right at the edge of town we steer onto a small backcountry road that leads us through some pristine alpine flora. The road climbs steadily as it gets progressively smaller, until we reach the heart of this route: A breathtaking section of narrow road that’s cut right into the vertical stone cliffs. Wow! The same verdict also applies for our destination, Lake Göscheneralp: In its beautiful turquoise water, there is a clear reflection of the magnificent skyline of mountains towering in the distance. What a sight to behold!

 

In Andermatt ist die Weiterführung meiner Reise eigentlich klar vorgezeichnet: Über den Gotthard in den Süden, und dann via Tessin ins Bündnerland. So weit, so gut. Allerdings besitzt auch der Kanton Uri noch ein paar sehenswerte Postauto-Strecken, und es wäre ja jammerschade, da einfach so durchzurasseln, ohne diesen – und der Innerschweiz als Wiege unseres Landes – auch noch kurz meine Aufmerksamkeit zu schenken. Da ich die Etappe aber wirklich nur als «nice to have» notiert hatte, befuhr ich sie erst, als der ganze Rest der Schweiz-Umrundung bereits im Kasten war, und Petrus die Schweiz mit einem spätsommerlichen Sonnentag verzückte. Man möge also über die plötzlich eingetretene Herbststimmung hinwegsehen 🙂

Der erste Teil führt mich von Andermatt hinunter nach Göschenen. Eine Strecke, die nicht oft vom Postauto befahren wird, hat hier doch wieder die Matterhorn-Gotthard-Bahn das Sagen. Im Rahmen der Pässefahrten verirrt sich aber zweimal pro Tag auch ein gelber Bus auf die Strecke, und genau dies nutze ich aus. Witzigerweise ist es dann der Setra S415H mit dem Berner Nummernschild 171’453, der mich abholen kommt – genau dieser Bus hatte mich einige Wochen zuvor schon von der Gelmerbahn zurück nach Gletsch gebracht. So lange dauert unser heutiges Rendez-vous nicht: Gerademal 15 Minuten sind für die Strecke veranschlagt – in Anbetracht der grossen Mühen (und Mythen), welche dieser Wegabschnitt über Jahrhunderte verursachte, fast schon ein Hohn.

 

Der Teufel ist in der Schöllenen allgegenwärtig...
Der Teufel ist in der Schöllenen allgegenwärtig…

 

Kurz hinter Andermatt verengt sich nämlich die Topographie, und vor uns liegt die berüchtigte Schöllenenschlucht, welche die reissende Reuss hier in den Fels gefräst hat. Während Hunderten von Jahren war diese Engstelle ein schier unpassierbares Hindernis auf der Gotthardroute. Der Sage nach sollen die Urner, die es einfach nicht schafften, eine Brücke über die wilde Schlucht zu bauen, derart verzweifelt gewesen sein, dass sie gar den Teufel um Mithilfe baten. Dieser war natürlich sofort zur Stelle, schnippte die Brücke ruckzuck hin und verlangte dann als Gegenleistung die Seele desjenigen, welcher das Bauwerk als erster überquerte. Nur mit der Bauernschläue der Urner hatte er nicht gerechnet – die trieben nämlich kurzerhand einen Ziegenbock als ersten Benützer auf die Brücke.

 

Teuflischer Stau auf der Teufelsbrücke - und das Postauto mittendrin!
Teuflischer Stau auf der Teufelsbrücke – und das Postauto mittendrin!

 

In Tat und Wahrheit waren es wohl eher die Walser aus dem Wallis gewesen, welche die Schlucht um das Jahr 1200 erstmals bezwangen – dank ihres reichen Wissens über den Bau von Wasserleitungen in den Bergen (Suonen). Gleichwohl forderte die Schöllenen auch danach noch ihren Tribut, die Brücken stürzten immer wieder ein. Mittlerweile wurde schon die dritte Teufelsbrücke errichtet, doch auch heuer machte ein Felssturz die Schöllenen für mehrere Wochen unpassierbar. Viel mehr ist von ihrem Mythos aber nicht mehr übrig. Auf der Fahrt präsentiert sie sich nämlich eher als stinkendes, tunneldurchsetztes Schattenloch, durch welches sich eine zähflüssige Blechkolonne aus Passausflüglern und Italienreisenden hupend und motzend talwärts windet.

 

Blick die Schöllenen hinab
Blick die Schöllenen hinab

 

Schliesslich erreichen wir Göschenen. Die Gemeinde, die wir heute vor allem als Standort des Gotthard-Nordportals aus den Staumeldungen kennen, war schon im Mittelalter die Zollstation des Kantons Uri, welche den Getreidehandel kontrollierte und über eine blühende Granitsteinindustrie verfügte. Als die Bedeutung des Gotthardpasses wuchs, wurde Göschenen auch noch zur Basis der Gotthard-Säumer, deren Pferde und Esel (oder was auch immer die benutzt haben mögen) mit frischem Gras von den umliegenden Alpen versorgt wurden.

Einem etwas moderneren Säumerbetrieb aus der Nachbargemeinde vertraue auch ich mich an: Postautohalter Mattli aus Wassen ist es, dessen klassisch-schöner Mercedes-Benz Integro aus dem Jahr 2002 mich von hier auf den Sustenpass bringen wird – und das Logbuch freut sich über den ersten Bus mit Urner Kennzeichen. Übrigens entspricht der Mattli-Betrieb nicht nur mit seinen Passquerungen ganz der Tradition des Tals – seine Brötchen verdient er nämlich hauptsächlich mit einem Betonwerk, Steintransporten und einem Natursteinhandel.

Wenige Minuten, nachdem wir Göschenen verlassen haben, erblicken wir schon das bekannte Wahrzeichen Wassens: Die 1734 fertiggestellte Galluskirche, welche zumeist den in zahlreichen Kehrtunnels vorbeigondelnden Zugpassagieren als Orientierungshilfe dient.

 

Wassen am Gotthard, für einmal nicht von der Eisenbahn aus gesehen
Wassen kommt in Sicht

 

Dann geht unsere Passfahrt richtig los. Über zwei, drei in den steilen bewaldeten Fels gehauene Brücken, Tunnels und Serpentinen entsteigen wir dem Haupttal nach Westen und folgen fortan der Meienreuss, welche uns bis zum Pass begleiten wird. Leider hat sich über Nacht zäher Hochnebel hier eingenistet, weshalb die landschaftlichen Vorzüge des Tals auf der Bergfahrt noch nicht so zur Geltung kommen.

 

Das Meiental hinauf zum Sustenpass
Das Meiental hinauf zum Sustenpass
Die Landschaft stimmt schonmal, nur die Sonne fehlt :-)
Die Landschaft stimmt schonmal, nur die Sonne fehlt 🙂

 

Spulen wir also etwas vor: Mittlerweile haben wir die letzten Streusiedlungen unter uns gelassen und befinden uns auf dem obersten Abschnitt der Sustenpassstrasse. Bald schon tauchen wir in den gespenstisch dichten Nebel ein, der uns sogleich umhüllt – neben der Strasse sind keinerlei Konturen mehr zu sehen, nur ein eintöniges Meer aus Grau. Bis schliesslich, erst als blasse Scheibe und dann immer stärker, die Herbstsonne durch die Wolkendecke zu lugen beginnt. Kurz vor der Passhöhe reisst der Nebel auf, der klare blaue Himmel und die schneebedeckten Gipfel um uns herum kommen in Sicht. Welch Freude, und was für eine ausserordentliche Stimmung!

 

Eintauchen in die Wolken
Eintauchen in die Wolken

 

On top!
On top!

 

Fahrt auf dem Sustenpass mit Blick auf das Sustenhorn
Sustenhorn voraus

 

Als wir schliesslich nach der Durchquerung eines kurzen Scheiteltunnels auf 2’224 Metern die Passhöhe erreichen, findet der Fahrer, ich solle doch lieber hier oben aussteigen, statt mit ihm noch bis zur Endhaltestelle etwas weiter unten auf der Berner Seite zu fahren – hier oben sei die Landschaft doch viel fotogener. Gesagt, getan – und natürlich hatte er recht!

 

Blick auf die Berner Seite
Blick auf die Berner Seite des Sustenpasses

 

Steigletscher und Gwächtenhorn
Steigletscher und Gwächtenhorn

 

natur
Finde das Postauto – im Hintergrund das Sustenhorn

 

Nachdem ich mir während zehn Minuten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fast den Allerwertesten abgefroren habe (in Erwartung eines milden Herbsttages in Jeans und T-Shirt auszurücken war definitiv keine glorreiche Idee gewesen), taucht aus dem dichten Nebel heraus endlich wieder mein Postauto auf der Passstrasse auf:

 

Durch den herbstlichen Nebel kämpft sich mein Integro zurück auf die Susten-Passhöhe
Durch den Nebel kämpft sich mein Integro zurück auf die Passhöhe

 

Herbsttag am Sustenpass: Bergfahrt vor traumhafter Kulisse
Bergfahrt vor traumhafter Kulisse

 

Nun hat der Integro zwei Älplerfamilien mit Sack und Pack an Bord. Ja, es ist nämlich nicht nur der letzte Betriebstag dieser Sommer-Route, auch die Alpbetriebe rüsten sich für den Winterschlaf. Danach ist hier oben so ziemlich Schicht im Schacht. Entsprechend gelöst ist die Stimmung an Bord – man hatte sich ganz offensichtlich während des Sommers gut kennengelernt und einiges zu erzählen, bevor man sich ein halbes Jahr nicht mehr sehen würde. Und dann kommt wieder so ein Postauto-Moment: Kaum haben wir den Scheiteltunnel durchquert, sind beim Anblick des sich vor uns ausbreitenden Nebelmeers zahlreiche «Oohs» und «Aahs» aus dem Bus zu vernehmen – selbst die Bergler finden diesen Anblick offenbar ziemlich umwerfend. So macht der Fahrer das einzig Richtige: er stoppt seinen Bus am Strassenrand und ruft zur allgemeinen Freude eine zweiminütige Fotopause aus. Genau das ist der Postauto-Spirit!

 

Eindrücklicher Blick aufs Nebelmeer, unterwegs am Sustenpass
Gigantisch: der Blick aufs Nebelmeer

 

Ein Postauto-Moment zum Geniessen!
Ein Postauto-Moment zum Geniessen!

 

Zurück in die Nebelsuppe :-)
Zurück in die Nebelsuppe 🙂

 

Dann folgt die Talfahrt auf dieser Strasse, deren Konstruktion eine einzige grosse Zangengeburt war. Ausgelöst wurde der Bau indirekt von Napoleon höchstpersönlich – dieser schloss nämlich die Grenzen zum Wallis, und kappte Bern so den Zugang zum Süden. Ergo waren Bern und Uri zum Bau einer Alternativverbindung gezwungen, und verwendeten über Jahre hinweg einen erheblichen Teil ihrer bescheidenen Mittel dafür, den Sustenpass nutzbar zu machen – als erst zweite Alpenpassstrasse der Schweiz nach dem Simplon. Noch bevor die Strasse jedoch fertiggestellt wurde, öffnete Herr Bonaparte das Wallis und den Grimselpass wieder – und augenblicklich war der Susten nunmehr weder interessant noch notwendig, und verkam für die nächsten 120 Jahre zu einer grossflächigen (und sauteuren) Bauruine.

 

postauto
Beim Bau der Passstrasse bemühte man sich, die Strasse möglichst natürlich in den Hang zu bauen – unter anderem mit Stützmauern aus Naturstein

 

 

Erst 1935 gelang es, genügend Gründe für eine Fertigstellung zu finden: den Tourismus, die Arbeitsbeschaffung in den Berggebieten und militärische Überlegungen. So ist der Susten einer der jüngsten Alpenpässe, dafür kompensierte man diesen Makel mit dem Willen, den Pass möglichst ästhetisch und unter viel Verwendung handwerklicher Baukunst zu gestalten. Laut alten Akten wurde darauf geachtet, «das Bauwerk so zu formen, dass es mit der erhabenen Landschaft zur Einheit werde» – während man sich gleichzeitig bemühte, seinen touristischen Wert zu steigern: Beinahe wie beim vom Perfektionismus getriebenen Bau einer Modelleisenbahn stattete man die Strecke quasi nach Belieben mit Aussichtsplätzen, Felsdurchstichen, Tunnels und Brücken aus – und spendierte ihr als Krönung gar einen künstlichen Wasserfall. Think big war ganz offensichtlich die Devise, und was die Amerikaner in New York mit dem Empire State Building 1931 vorlegten (Gigantismus-Projekte zur Arbeitsbeschaffung in der Wirtschaftskrise), realisierten die inspirierten Schweizer auf ihre Weise in diesem etwas verschupften Seitental!

 

Mit Show-Elementen wie einer Tunnel-Armada wurde auf dieser Strecke nicht gegeizt!

 

Herzstück der Sustenpass-Strecke: der künstliche Wasserfall
Herzstück der Sustenpass-Strecke: der künstliche Wasserfall

 

Der Plan, durch die neue Strasse den Tourismus in der Gegend zu fördern, war nicht nur sehr erfolgreich, sondern definitiv auch berechtigt. Denn als sich die Wolken während unserer Talfahrt immer mehr lichten und sich das durchfahrene Meiental von seiner Schokoladenseite präsentieren kann, bin ich begeistert und danke den Strassenbauern von damals für ihre Weitsicht. Ansonsten wäre diese wunderbare Landschaft, in der liebliche Streusiedlungen mit den schroffen Felsen des Sustenmassivs kontrastieren, vielleicht niemals so einfach zu erreichen gewesen. Der Urner Abstecher hat sich also definitiv gelohnt!

 

Nicht zu verachten, diese Gegend
Nicht zu verachten, diese Gegend

 

Bergfahrt zum Sustenpass, im Angesicht des Fünffingerstocks - was für ein Anblick!

 

Unterwegs im Meiental, im Angesicht des Fünffingerstocks - was für ein Anblick!
Unterwegs im Meiental, im Angesicht des Fünffingerstocks – was für ein Anblick!

 

Aaaaber halt, der Abstecher ist noch nicht einmal zu Ende! Zurück am Bahnhof Göschenen hüpfe ich nämlich auf ein anderes Postauto. Ein moderner verkürzter Crossway ist es zwar, aber immerhin mit einem Obwaldner Kennzeichen (das Logbuch freut sich abermals über den Ersteintrag) – er ist nämlich eine sommerliche Leihgabe von Postautohalter Dillier aus Sarnen. Mit ihm nehme ich die zweite sehenswerte Urner Route unter die Räder: Die Strecke auf die Göscheneralp.
Die Wahl des verkürzten Fahrzeuges nimmt es bereits etwas vorweg: nach all den ausgebauten Passstrassen geht es nun mal wieder auf schmalen Pfaden in die Höhe. Gleich am Dorfausgang von Göschenen verengt sich die Strasse zu einem besseren Wanderweg, der uns lieblich kürvelnd ins Göscheneralptal hineinführt.

 

Auf schmalen Strassen der Göscheneralp entgegen
Auf schmalen Strassen der Göscheneralp entgegen

 

Mitten durch die hochalpine Flora führt unser Strässchen auf die Göscheneralp - schön!
Mitten durch die hochalpine Flora führt unser Strässchen – schön!

 

Auf schmalen Strassen der Göscheneralp entgegen
Auf schmalen Strassen der Göscheneralp entgegen

 

Besagtes Tal präsentiert sich schon nach wenigen Minuten überaus ansprechend: Eng liegen die dicht bewaldeten Talflanken beieinander, dazwischen bleibt nur wenig Platz für unser Strässchen, die neben uns dahinplätschernde Göschenerreuss und etwas herb-alpine Flora. Auf diesem Bett aus Heidelbeerkraut und Alpenrosen liegen, wie Streussel die einem Kuchen den letzten Schliff verleihen, unzählige Granitblöcke verstreut – eindrucksvolle Zeugen der mächtigen Natur und perfekte Botschafter für den wildromantischen Charakter dieses Seitentals.

 

natur
Zauberhaft naturbelassen hier!

 

Traumhaft hier oben, nicht wahr?
Traumhaft hier oben, nicht wahr?

 

Blick talwärts in Richtung Göschenen
Blick talwärts in Richtung Göschenen

 

Ein erster Blick zum Dammastock
Ein erster Blick zum Dammastock

 

Mehr wild als romantisch wird es schliesslich, als das Postauto oberhalb des Weilers Wiggen einen besonders engen Abschnitt befährt, der direkt der quasi senkrechten Felswand abgetrotzt wurde – hier ist Massarbeit gefragt, und eine gute Portion Schwindelfreiheit. Auch auf dieser Strecke ist heute der letzte Betriebstag für diesen Sommer, und beim Chauffeur schwingt eine grosse Portion Wehmut mit. Ab morgen fahre er wieder Mattlis Betonmischer, meint er seufzend – und den Müllabfuhrwagen, der ebenfalls vom vielseitigen Unternehmen betrieben wird.

 

Das spektakulärste Stück der Strecke
Aussenansicht der felsigen Passage. Bild: Jonas Schaufelberger, www.postautohalter.ch.vu

 

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Auch mich überkommt leichte Wehmut, denn an der Endhaltestelle auf 1800 Meter über Meer bleiben mir nur wenige Minuten, um mich umzusehen, bevor das Postauto bereits wieder seine Talfahrt startet. Das ist jammerschade, denn vor mir breitet sich nun der Göscheneralpsee aus. Ein Stausee, der in den 1950er-Jahren entstand, und welchem man gar die einstige Siedlung Göscheneralp opferte – sie liegt nun unter 75 Millionen Kubikmetern Wasser begraben, welches teilweise sogar vom Furkapass stammt und über versteckte Kanäle in den See geführt wird. Über die Wasseroberfläche hinweg bietet sich dafür ein wunderschönes Panorama, mit bestem Blick auf Dammastock und Co. – eine derart erhabene Aussicht, dass ich doch gleich etwas die Zeit vergesse, und mein Postauto nur mit einem Rekordspurt zurück über den Damm noch erreiche. Schnaubend und keuchend erreiche ich meinen gelben Crossway, sehr zur Belustigung der mittlerweile zugestiegenen Rentnerschar. Aber die Mühe hat sich definitiv gelohnt!

Dieses Fazit lässt sich definitiv auch zum gesamten Abstecher in den Kanton Uri ziehen. In der nächsten Episode geht’s dann wieder auf der normalen Route weiter – südwärts in Richtung Tessin!

 

Eine letzte Kurve vor dem Ziel
Eine letzte Kurve vor dem Ziel

 

Einige der hiesigen Alpen
Einige der hiesigen Alpbetriebe

 

 

Der Göscheneralpsee in seiner ganzen Pracht
Der Göscheneralpsee in seiner ganzen Pracht

 

 

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