53: Bischofszell – Zuckenriet – Neukirch – Weinfelden – Frauenfeld

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Die heutige Episode führt mehrheitlich durchs Farmland: Wir passieren auf unserem Weg zwischen den Kleinstädten der Ostschweiz weitläufige Apfelplantagen und dutzende kleine Bauerndörfer, garniert mit ein paar Burgen und Schlössern.

53: Bischofszell – Zuckenriet – Neukirch – Weinfelden – Frauenfeld

 

 

Fahrt-Logbuch:

Linie Von Nach Bus BJ Halter Zeit KM
740 Bischofszell, Bahnhof Oberbüren, Post Solaris Urbino 12 2015 Schmidt, Oberbüren 0:09 9,1
725 Oberbüren, Post Zuckenriet, Post Volvo 8700 LE 2011 Schmidt, Oberbüren 0:10 4,6
Zuckenriet, Post Neukirch a. d. Thur Zu Fuss 0:50 4,0
932 Neukirch a. d. Thur Weinfelden, Bahnhof MAN/Göppel 14.290HOCL / A66 2011 Regie 0:26 10,6
838 Weinfelden, Bahnhof Frauenfeld, Bahnhof Solaris Urbino 8.6 2013 Regie 0:37 20,0

 

 

English Summary:

English Translation - click to view

After leaving the pretty town of Bischofszell, I head out into the wild west of the St. Gallen and Thurgau regions. The scenery is dominated by farmland and groves of apple trees, and besides the odd little village there really isn’t too much to catch your eye. I guess that’s what the Americans call fly-over land – the part of the country which is often overlooked while shuttling between the metropolises of the east and west coast. Fittingly, I spend most of the journey time speeding through this landscape in nondescript modern Solaris busses, with the notable exception of one sturdy Volvo 8700. Being the last Volvo on my trip, it brings back fantastic memories of all the mountain adventures we shared.

The mountains are long gone, but if you just look closely enough, even this relatively flat and monotonous landscape does have its charm. I experience this during one of my hikes connecting two PostBus networks, as I pass right through the apple tree groves and enjoy the views from my slightly elevated vantage point.

Today’s episode ends in the small city of Frauenfeld, which, despite its modest size, is the capital of the canton of Thurgau. Thanks to this, it boasts a handful of nice neo-classical administrative buildings, in addition to its whopping 13th century castle.

 

Nach einem Ausflug durch die himmlischen Sphären der Engelsburg und der Priesterbruderschaft auf dem Pelagiberg bin ich Ende der letzten Etappe in Bischofszell gelandet, wo statt religiöser Askese eher die weltlichen Freuden der üppig dekorierten Altstadt und der Produkte des ansässigen Nahrungsmittel-Multis im Zentrum standen. Nun bin ich aber zurück am Bahnhof des Städtchens, wo mein nächstes Postauto wartet. Es ist ein weiteres Vehikel aus dem Fuhrpark des Postauto- und Garagenbetriebes Schmidt aus Oberbüren. Im Jahr 2015 wurde Schmidts Garage zum Solaris-Servicestandort auserkoren, und seine Flotte auf einen Schlag mit 15 brandneuen Solaris-Bussen bestückt – eine Summe, die auch im Postauto-Universum recht selten ist. So verwundert es denn auch nicht, dass es ein 2015er Solaris Urbino 12 ist, der mich in knapp zehn Minuten zwei Dörfer weiter bringt, durch Niederbüren zum Garagenstandort nach Oberbüren (und damit nochmals kurz zurück in den Kanton St. Gallen).

 

Unterwegs in Richtung Oberbüren...
Unterwegs in Richtung Oberbüren…
...und vorbei am Kloster St. Gallenberg, beheimatet in der ehemaligen Glattburg
…und vorbei am Kloster St. Gallenberg, beheimatet in der ehemaligen Glattburg

 

Meine Begleiterin für diese Etappe: Die Thur
Meine Begleiterin für diese Etappe: Die Thur

 

Dort angekommen, erlauben mir die 20 Minuten Wartezeit aufs nächste Postauto, kurz zur Thur zu spazieren und dabei Oberbürens einzige andere Attraktion zu sehen – den Hauptsitz von Elektrohändler Fust. Meine Freude ist daraufhin gross, als mir mitten im Solaris-Land eine bekannte Bus-Silhouette entgegengerauscht kommt: Nach all den Polnischen Plastikvehikeln Grazien, ist nun wieder währschafte skandinavische Kost angesagt: Einer der letzten verbliebenen Volvo 8700 aus Schmidts Flotte nähert sich und bringt viele Erinnerungen mit: Dieser nordische Brummer hat mich unter anderem von Aigle nach Torgon bugsiert, sich im Schritttempo in die Derborence hinaufgezirkelt, und mich durchs Puschlav und aufs Stilfserjoch begleitet. Und nun steht schon die letzte Volvo-Fahrt der ganzen Tour an – schniiief!

 

Heja! Volvo in Sicht!
Heja! Volvo in Sicht!

 

Unsere Begegnung ist leider auch von äusserst kurzer Dauer, nur gerade zehn Minuten bleiben mir für den Abschied. Immerhin sind aber auch diesmal ein paar Höhenmeter involviert, der Skandinavier bringt mich ruckzuck den Berg (okay, Hügel) hoch nach Zuckenriet. Ein weiterer Fleck auf der Landkarte, von dem ich noch nie etwas gehört habe, und der sich wohl schon morgen wieder aus meinem Gedächtnis verabschiedet, um neuen Erinnerungen Platz zu machen. Dass ich hier lande, war nicht etwa tiefere Absicht. Ich fahre nur meinen ausgeklügelten Reiseplan ab, den ich ein paar Wochen zuvor in einigen Nachtschichten zusammengeschustert habe, um die Ostschweiz mit möglichst wenigen Unterbrüchen per Postauto zu durchqueren.

 

Standesgemäss: Eine Mini-Bergfahrt darf's für den Abschied schon sein!
Standesgemäss: Eine Mini-Bergfahrt darf’s für den Abschied vom Volvo schon sein!

 

Ganz vermeiden lassen sich aber die Wanderungen nicht, denn ab und zu sind die Postauto-Netze halt einfach nicht miteinander verbunden – und genauso ist es hier. Wir sind nur noch 10 Kilometer von der „Grossstadt“ Will entfernt, und entsprechend machen sich hier deren Lokalbusse breit, während die Postautos das Nachsehen haben. Für mich bedeutet dies, dass eine weitere Wanderung ansteht, um das nächste Postauto-Netz zu erreichen – immerhin auch die drittletzte. Ich durchquere kurz das Zentrum von ähhhm, wie hiess der Ort nochmal? Genau, Zuckenriet. Das einzige Highlight, welches sich mir hätte ins Gedächtnis einbrennen können, das mittelalterliche Schloss, will sich leider auch nicht zeigen – es versteckt sich hinter einem blickdichten Gerüst. Schade.

 

Wenn Zuckenriets Schloss schon nicht kooperiert, muss halt die Kirche herhalten :-)
Wenn Zuckenriets Schloss schon nicht kooperiert, muss halt die Kirche herhalten 🙂

 

Dafür kann das Auge wenig später umso weiter schweifen: Von Zuckenriet erklimme ich noch ein paar Höhenmeter mehr und wandere dann auf dem Hochplateau des Gabrisstocks auf einem veritablen Panoramaweg durch überreife Apfelkulturen, während sich rechts von mir ein wunderbarer Rundblick über die Region bietet. Unter mir erstreckt sich quasi das komplette sogenannte Fürstenland, das ich soeben durchquert habe, und in der Ferne grüsst sogar das Alpsteinmassiv mit dem Säntis. So schön! Ja, manchmal braucht es gar kein Postauto, um die versteckten idyllischen Plätzchen zu finden – zwei Füsse genügen vollauf!

 

Es geht weiter hinauf...
Es geht weiter hinauf…
...an der Lourdes-Grotte vorbei (offenbar eine überregionale Attraktion)...
…an der Lourdes-Grotte vorbei (offenbar eine überregionale Attraktion)…

 

Jaja, ganz nett hier!
Jaja, ganz nett hier!

 

Die Wanderung durch die Obstplantagen Mostindiens geht ähnlich entspannend und bereichernd weiter. Mehrmals überlege ich, ob ich einen der vielen Äste, die unter der Last ihrer unzähligen Äpfel bis fast an den Boden gedrückt werden, um eine der Früchte erleichtern soll, die mich mit ihren roten Bäckchen dauernd anstrahlen. Doch ich bleibe stark und konzentriere mich aufs Wandertempo – das nächste Postauto fährt schliesslich nur jede Stunde, das will ich nicht verpassen.

 

Wandeln auf der Apfelallee!
Wandeln auf der Apfelallee!

 

Bald sehe ich auch schon die ersten Häuser meiner Destination in Sicht kommen – Neukirch an der Thur übrigens – und wandere verträumt dahin, als plötzlich ein übereifriger Hofhund laut bellend auf mich zugestürmt kommt. Offenbar sind Wanderer hier eine Seltenheit, was natürlich überaus schade ist – nicht nur des soziophoben Köters wegen. Bösen Blickes und mit fletschenden Zähnen steht der Kläffer nun vor mir, und will mir den Weg versperren. Weg da, ich muss doch aufs Postauto! Ich bereue es, keinen Apfel eingesackt zu haben, immerhin hätte ich den diesem vermaledeiten Viech an die Rübe schmeissen können. Doch bevor die Situation weiter eskaliert, pfeift die Bauersfrau, die etwas abseits auf dem Feld beschäftigt ist, den Kläffbeisser zurück, und ich kann endlich passieren. Ademessi!

 

...

 

Mjam!
Mjam!
...

 

Ostschweizer Landwirtschafts-Panorama
Ostschweizer Landwirtschafts-Panorama

 

So treffe ich also nach etwa 50 Minuten Wanderzeit ohne verbissene Waden oder Tollwuterreger im Blut im besagten Neukirch ein. Einem kleinen Dörfchen mit ein paar hundert Einwohnern, dessen grösste geschichtliche Ereignisse das Kommen und Gehen einer Schule, einer Mühle, zweier Käsereien und schliesslich eines Heims für Erwachsenenbildung waren. Letzteres musste 2007 wegen mangelnder Nachfrage schliessen, und viel hält auch mich nicht hier. So freue ich mich sehr, als ein schnuckliger gelber MAN/Göppel-Bus um die Ecke biegt – mit Kennzeichen TG 158’041 übrigens das erste Thurgauer Vehikel in meinem Logbuch. Er soll mich binnen 25 Minuten nach Weinfelden bringen.

 

Ziel erreicht: Neukirch an der Thur
Ziel erreicht: Neukirch an der Thur

 

Ein erster Vorbote des Baustils, den ich von nun an immer mal wieder antreffe: Fachwerkhaus in Neukirch
Ein erster Vorbote des Baustils, den ich von nun an immer mal wieder antreffe: Fachwerkhaus in Neukirch
Das Göppeli für die Fahrt nach Weinfelden
Das Göppeli für die Fahrt nach Weinfelden

 

Die Direktdistanz nach Weinfelden betrüge gerademal zehn Kilometer, doch wir akkumulieren einige Kilometer mehr. Das verrät schon das Profil dieser Linie: Der wendige kleine Göppel kurvt nämlich im Zickzack kreuz und quer durch die Thurgauer Pampa, im Versuch, möglichst alle der kleinen Dörfer und Streusiedlungen abzuklappern und wie beim «Malen nach Zahlen» irgendwie zu einer halbwegs sinnvollen Route zu verbinden. So gelange ich in nichtssagende Ortschaften mit prächtigen Namen wie Buhwil, Ritzisbuhwil, Metzgersbuhwil und Schönholzerswilen.

Letzteres rühmt sich auf seiner Webseite übrigens bereits im Einleitungssatz (!) damit, dass «wer sich Schönholzerswilen von Süden nähert, von einer grosszügigen, architektonisch sehr ansprechenden und einheitlichen Schulanlage warm und aufmerksam empfangen» werde. Leider entern wir besagtes Dorf von Norden her, weshalb ich unglücklicherweise nicht das Privileg erhalte, dieses einzigartige architektonische Highlight in persona zu bestaunen. Allerdings: Eine Schule hat mich noch nie angesprochen (geschweige denn architektonisch), und schon gar keine Wärme versprüht. Wenn die Schule das Highlight ist, will ich gar nicht wissen, was der Rest des Dorfs zu bieten hat. Aber kein Problem, nach zweimaligem Blinzeln ist auch diese Siedlung passiert und das Postauto rauscht weiter über die Landstrasse. Immerhin ist die Etappe landschaftlich durchaus nett; die saftig-grünen Hügel des durchfahrenen Hochplateaus über der Thurebene, welche immer mal wieder von einem niedlichen Weiler durchsetzt sind, sind doch recht idyllisch.

 

Auf dem Gabrisstock unterwegs, in der Ferne die Kirche von Wertbühl; dahinter/darunter lägen bereits Weinfelden und die Thur
Auf dem Gabrisstock unterwegs, in der Ferne die Kirche von Wertbühl; dahinter/darunter lägen bereits Weinfelden und die Thur

 

Auf engen Strässchen durch die Obstplantagen
Auf engen Strässchen durch die Obstplantagen

 

Schliesslich verlassen wir das Hochplateau aber und steigen zur Thur hinab, wo wir die Stadt Weinfelden erreichen. Sie balgte sich über Jahrhunderte hinweg mit Frauenfeld um die Ehre der Kantonshauptstadt und wäre dafür aufgrund ihrer zentralen Lage eigentlich prädestiniert gewesen. Trotzdem zog Weinfelden am Ende den Kürzeren, als Napoleon himself mit seiner Mediationsakte den Kanton Thurgau schuf und Frauenfeld zu dessen Hauptstadt ernannte. Immerhin erhielt Weinfelden zum Trost ein paar Verwaltungs-Einrichtungen zugesprochen, auch der Thurgauer Grosse Rat tagt im Winterhalbjahr hier.

 

Momoll, recht idyllisch hier oben!
Momoll, recht idyllisch hier oben!

 

Freiheit auf der Landstrasse :-)
Freiheit auf der Landstrasse 🙂

 

Blick auf die Rebhänge am Ottenberg, welche Weinfelden seinen Namen gegeben haben.
Blick auf die Rebhänge am Ottenberg, welche Weinfelden seinen Namen gegeben haben.

 

 

Ich allerdings tue es Napoleon gleich, lasse Weinfelden gleich links liegen, und nehme direkt Frauenfeld ins Visier. Postauto-Kurs 838 verbindet die zwei wichtigsten Städte des Kantons stündlich, hat allerdings gegen die viel schnelleren und häufiger verkehrenden Züge einen schweren Stand. So verwundert es denn auch nicht, dass die Route nur von einem Postauto im Mini-Format, einem zweijährigen Solaris Urbino 8.6 bedient wird. Der gehört wie der Göppel vorhin übrigens der Regie, Schmidts Einflussbereich habe ich längst wieder verlassen.

 

Es geht im Mini-Format weiter :-)
Es geht im Mini-Format weiter 🙂

 

Ausgangs Weinfelden ergibt sich ein schöner Blick auf das Schloss, welches hoch über der Stadt in den Rebbergen thront. Von wann es genau datiert ist ungewiss, auch die Anzahl seiner Besitzer ist kaum überschaubar. Ein ganz so glückliches Händchen hatten einige der Schlossherren allerdings nicht: Ein gewisser Christian Kornfeil regierte im 15. Jahrhundert mit derart eiserner Hand, dass er bei den Weinfeldern bald extrem in Ungnade stiess und sie ihm eines Tages seinen ganzen Weinvorrat auslaufen liessen.

 

Schloss Weinfelden
Schloss Weinfelden

 

Ein Jakob Fugger, dem das Schloss im 16. Jahrhundert gehörte, wollte in einer Nacht- und Nebelaktion das gesamte Archiv in seine Heimat Augsburg abtransportieren – das vollbeladene Fuhrwerk wurde allerdings vom Blitz getroffen, und alle Urkunden verbrannten. Seit den Siebzigern befindet sich das Schloss im Besitz einer schwerreichen deutschen Bankiersfamilie – doch auch ihnen bringt das Grundstück kein Glück: Nachdem der Patron am Schreibtisch verstorben ist, zoffen sich seine drei Erben seit über einem Jahrzehnt vor Gericht um das Anwesen. Einer von ihnen, der auf eine eindrückliche Drogen- und Sektenvergangenheit zurückblicken kann moniert, seine Brüder hätten ihm seinen Anteil viel zu billig abgekauft, als er gerade auf einem besonders starken Drogentrip war und von der Welt um sich herum nichts mitbekam. Tja, da betrachte ich das stattliche Anwesen lieber aus der Ferne, und fahre dann weiter, bevor mich die Tentakel seiner verfluchten Aura auch noch erwürgen!

 

Schloss Bachtobel gleich nebenan: Ein ehemaliger Adelssitz aus dem 16. Jahrhundert mit eigenem Weingut.
Schloss Bachtobel gleich nebenan: Ein ehemaliger Adelssitz aus dem 16. Jahrhundert mit eigenem Weingut.

 

Nachdem wir Weinfelden zurückgelassen haben, überqueren wir kurz die majestätische Thur, dann gondeln wir auf Nebenstrassen durch den Wilden Westen des Kantons Thurgau. Dörfchen wie Holzhäusern, Vogelsang, Strohwilen oder Wolfikon stehen der ländlich geprägten Region wie angegossen, ja sogar ein veritabler Saloon namens «Bonanza» findet sich hier. Ansonsten ist die Fahrt, obwohl wir auch einen Weiler namens Lustdorf passieren, wenig lustvoll. Weder Topografie noch Besiedlung geben viel her – nichts, an dem sich Auge oder gar Kamera irgendwie festhalten könnten. «Flyover Land» nennen die Amis ihren mittleren Westen darum heutzutage gerne – monotones Farmland, soweit das Auge reicht, welches man bedenkenlos überfliegen kann, ohne dabei fürchten müssen, etwas zu verpassen. So ähnlich fühle ich mich hier.

 

Auf geht's in den Wilden Westen!
Auf geht’s in den Wilden Westen!

 

Der Weiler Kirchberg ob Thundorf, natürlich mit Kirche am Berg - der Turm datiert übrigens von 1519
Der Weiler Kirchberg ob Thundorf, natürlich mit Kirche am Berg – der Turm datiert übrigens von 1519
Ein weiteres Rencontre mit der Thur
Ein weiteres Rencontre mit der Thur

 

In der Schweiz sind die Dimensionen allerdings etwas kleiner, und so wartet nach einer halben Stunde Fahrzeit durchs Flyover Land schon die nächste Metropole. Nun gut, das ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, nur 25’000 Einwohner zählt Frauenfeld nämlich. Das macht die Siedlung auf «unserer lieben Frauen Feld», einer einst der Mutter Gottes geweihten Ebene, aber trotzdem zur grössten Ortschaft im Kanton. Frauenfeld wurde einst als Tagsatzungsort der Alten Eidgenossenschaft auserkoren, wo regelmässig die Gesandten aller Kantone zusammenkamen. Das bescherte der bis dahin wirtschaftlich wenig bedeutenden Stadt neben beträchtlichem Prestige auch einige stattliche Repräsentativbauten in der Altstadt, in denen die Abgeordneten temporär hausten: So zum Beispiel das Luzerner- und das Bernerhaus (welches interessanterweise auch «Haus zur Geduld» heisst – vielleicht ja eine frühe Anspielung auf das gemächliche Sprechtempo der Berner?). Ansonsten wird die Stadt vor allem von einem anderen wuchtigen Bau dominiert: Dem im Jahre 1230 von den Kyburgern gebauten Schloss mit seinem robusten Bergfried, sowie dem klassizistischen Rathaus mit dem daneben schon fast magersüchtig wirkenden Turm.

 

Das Frauenfelder Schloss liegt direkt an der Einfallsachse zum Bahnhof und grüsst daher bei der Einfahrt in Frauenfeld. Praktisch!
Das Frauenfelder Schloss liegt direkt an der Einfallsachse zum Bahnhof und grüsst daher bei der Einfahrt in Frauenfeld. Praktisch!

 

In Frauenfelds Innenstadt lockt eine beschauliche Fussgängerzone
In Frauenfelds Innenstadt lockt eine beschauliche Fussgängerzone

 

Am Bankenplatz in Frauenfeld, am Fusse der Stadtkirche St. Nikolas, zeigt sich in eine schmucke Häuserzeile eingebettet das Bernerhaus (rechts) - die Unterkunft der einstigen Gesandten des Kantons Bern, erbaut 1771
Am Bankenplatz in Frauenfeld, am Fusse der Stadtkirche St. Nikolas, zeigt sich in eine schmucke Häuserzeile eingebettet das Bernerhaus (rechts) – die Unterkunft der einstigen Gesandten des Kantons Bern, erbaut 1771

 

Schloss Frauenfeld, dahinter der Turm des Rathauses
Schloss Frauenfeld, dahinter der Turm des Rathauses

 

 

Die zwei
Die zwei Top-Sehenswürdigkeiten Frauenfelds, die unterschiedlicher nicht sein könnten

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